Frankfurter Sonntagszeitung: Bürgerbeteiligung – Nicht vor meiner Haustür

[08.02.2017] Frankfurter Sonntagszeitung, 22.01.2017
Bürgerbeteiligung – Nicht vor meiner Haustür
Wenn gebaut wird, wollen die Anwohner mitreden. Doch oft eskaliert die Bürgerbeteiligung zum Streit. Ein gemeinsames Abendessen ist nur ein Rezept, das zu verändern.
von Juliane Wiedemeier

„… Wer vor 20 Jahren gegen ein Bauprojekt mobilmachen wollte, musste schon eine bedrohte Krötenart auf dem Gelände finden. Heute ist es okay, auszusprechen, dass der Neubau den eigenen Balkon nicht in den Schatten stellen soll. Dieser Egoismus, der sich oft in Bürgerinitiativen bündelt, wird als „Nimby-Haltung“ bezeichnet, kurz für „not in my backyard“ („nicht in meinem Hinterhof“, im Deutschen eher „nicht vor meiner Tür“). Dahinter steckt die Ablehnung von gesellschaftlichen Veränderungen im eigenen Umfeld. Eine wachsende Stadt muss bauen – aber bitte nicht in meiner Nähe! Diese Haltung stellt Beteiligungsprozesse vor große Herausforderungen.
… Wer Qualität und Akzeptanz von Bürgerbeteiligung verbessern möchte, sollte das Mitsprachebedürfnis der Bürger nicht als Bürde, sondern ihre lokale Kompetenz als Gewinn ansehen. …“

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