Programm Verkehr und Mobilität


Der Einwohnerzuwachs und die weitere räumliche Ausdehnung der Griesheimer Wohngebiete haben in den vergangenen Jahren die Verkehrsdichte erhöht und die in Griesheim zurückzulegenden Wege verlängert. Aus ökologischer Sicht und zur Verbesserung der Sicherheit muss die Verkehrsinfrastruktur angepasst werden. Oberste Priorität haben für uns die ökologisch optimalen Bewegungsformen zu Fuß und mit dem Fahrrad. Ergänzend brauchen wir einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Der innerstädtische Individualverkehr per Auto soll die Ausnahme sein.
Auch ohne Kfz soll Groß und Klein, Alt und Jung eine sichere, verlässliche Mobilität ermöglicht werden. Wenn es uns gelingt, dem Sechsjährigen sichere Wege anzubieten, dann  profitieren davon auch die Senioren. Der demografische Wandel macht vor Griesheim nicht halt. Mit steigendem Alter  nehmen Geh- oder Sehbehinderungen zu. Um dann noch eigenständig mobil zu sein, braucht es Änderungen. Wir setzen uns für Maßnahmen ein, die eine umweltfreundliche, lärm- und schadstoffreduzierte Mobilität sichert.

Attraktivität des Radfahrens fördern
Das zusammenhängende, ebene Griesheimer Stadtgebiet ist eine sehr gute Grundlage zur Nutzung des Fahrrads. Bislang stehen der innerstädtische Autoverkehr und die Gestaltung der Fahr- und Gehwege der sicheren Nutzung des Fahrrads entgegen. Insbesondere Kinder und ältere Menschen leiden darunter. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, geeignete Strecken als Fahrradstraßen auszuweisen, in denen motorisierter Verkehr nur eingeschränkt zugelassen ist. Damit wollen wir die  Verkehrssicherheit erhöhen und die Fahrradnutzung erleichtern. Eltern sollen ein gutes Gefühl haben, wenn ihre Kinder zur Schule und in der Freizeit mit dem Fahrrad unterwegs sind. Mittelfristig halten es die GRÜNEN für sinnvoll, unter Einbindung von Schulen, Sportstätten, Innenstadt, Einkaufsmärkten, Jugendtreffpunkten, Bürgerhäusern und ÖPNV-Haltestellen im gesamten Stadtgebiet Fahrradstraßen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung auszuweisen.

Mehr Raum für Fußgänger
Durch zugeparkte Gehwege und Straßen können Kinder vom Gehweg aus an vielen Stellen die Straße nicht ausreichend überblicken, und sie so nicht gefahrlos überqueren. Aus Sicht der GRÜNEN ist das ein unhaltbarer Zustand.  Gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind davon betroffen: Kinder, ältere Menschen, Geh- und Sehbehinderte. Sich im Straßenverkehr der Stadt sicher zu fühlen, seinen Kindern mit gutem Gefühl den selbstständigen Besuch bei Freunden zu ermöglichen, das muss durch die Gestaltung und Nutzung der Wege und Straßen erreicht werden. Zudem sind die GRÜNEN der Auffassung, dass der öffentliche Raum verstärkt Fußgängern zur Verfügung gestellt werden sollte. Wir brauchen nutzbare Gehwege, die so breit sind, dass dort zwei Personen bequem nebeneinander gehen können, anstatt sich im Gänsemarsch zwischen Hauswänden und herausragenden Außenspiegeln aneinander vorbei zu zwängen.

Des weiteren werden die GRÜNEN sich unter anderem dafür einsetzen, barrierefreie Zebrastreifen im gesamten Stadtgebiet anzulegen und deren sichere Nutzung in Kindergärten und Schulen, ggf. mit Unterstützung der Jugendverkehrsschule einzuüben, das Parken auf Gehwegen zu verbieten und  die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen (so genannten „Spielstraßen“) durchzusetzen.

Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausbauen
Die Wege innerhalb von Griesheim werden länger. Im Sinne des Klima- und Lärmschutzes,  der Luftreinhaltung und zur Gewährleistung einer selbstständigen Mobilität für Kinder, ältere, geh- oder sehbehinderte Menschen brauchen wir einen leistungsfähigen ÖPNV. Allerdings ist tagtäglich zu beobachten, dass der ÖPNV in Griesheim teilweise an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen ist.

Auf den ersten Blick besteht mit den Straßenbahnlinien 4 und 9 eine perfekte Anbindung nach Darmstadt. Beim genaueren Betrachten allerdings wird die Überlastung der Bahnen zu den Stoßzeiten erkennbar. Unter diesen Bedingungen ist eine aus Sicht der GRÜNEN wünschenswerte Erhöhung der Fahrgastzahlen nicht möglich.

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, den  7,5-Minuten-Takt (Linien 9 und 4 im Wechsel) am Tag und zusätzlich auf die Schulferien auszuweiten.

Stadtbus statt AST
Ergänzend zur mittig durchlaufenden Straßenbahn steht in Griesheim das Anrufsammeltaxi (AST) zur Verfügung. Die eingeschränkte Betriebszeit, nur montags bis freitags zwischen 7:00 und 18:00 Uhr, die fehlende Einbindung in die RMV-Tarifzone und die erforderliche telefonische Voranmeldung, machen aus dem AST eine Notlösung. Abends und am Wochenende wird in Griesheim kein innerstädtischer ÖPNV angeboten.

Die Griesheimer GRÜNEN sind der Auffassung, dass die Zeit dafür gekommen ist, einen innerstädtischen, barrierefreien, in den Rhein-Main-Verkehrsverbund integrierten Busverkehr an sieben Tagen der Woche bereitzustellen. Der  Ausbau des ÖPNV wird zwar nicht zum Nulltarif zu bekommen sein, die GRÜNEN räumen diesem Punkt jedoch eine hohe Priorität ein.

 

Übersicht zur Kommunalwahl 2011

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